Stadtheidevereinigung Paderborn e.V.

Für die Stadtheide

Hier werden wir nach und nach "Geschichte und Geschichten" aus der Stadtheide veröffentlichen! Grundlage dieser Seite werden a) die Festschrift zum 70jährigen Bestehen der Stadtheide-Vereinigung sein und b) die Veröffentlichung "Paderborner Stadtheide - 1800 bis 1997".

Geschichte der Hude

Seit dem Mittelalter betrieben die Ackerbürger der Stadt Paderborn eine Hudewirtschaft. Das Vieh der Ackerbürger wurde durch Hirten auf die Paderborner Hude getrieben. Das Hudegebiet nördlich der Stadt, die Stadtheide, gehörte den Hudegenossenschaften. Diese Genossenschaften wurden aus den Bauernschaften der Maspern, Königsträsser, Kämper und Western gegründet.

Nach der Säkularisation, unter der Fremdherrschaft des von Napoleon eingesetzten Königs von Westfalen, Jerome Bonaparte, wurden 1809 die Hudegenossenschaften zum Eigentum der Stadt Paderborn erklärt und die Auflösung verfügt. Unter der folgenden Preußenherrschaft bekam ab 1823 jeder Hudeberechtigte ein Stück Land zugeteilt. Außerdem verkaufte die Stadt verschiedene Flächen z.B. an den Großunternehmer Heinrich von Köppen, an Siedlungswillige und der hiesigen Garnison wurden Übungsplätze überlassen.

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Das Heidelied (Melodie: Wo die Nordseewellen)

Wo die Rothe lieblich durch die Wiesen fließt,

und die Lippe durch die schöne Talle zieht,

II: liegt ein Stückchen Erde, allen wohlbekannt,

ist's doch "unsere Heide", unser Heimatland!:II

 

In der Ferne suchte ich mein Lebensglück,

doch zur Heide zog es immer mich zurück;

II: sind doch alle Mädchen hier gar hübsch und fein,

darum soll mein Mädel aus der Heide sein!:II

 

Auch die Heidejungen stehen ihren Mann,

seht sie euch doch einmal wieder richtig an;

II: immer froh und munter schaffen sie daheim,

nach des Tages Arbeit gibt's ein Stelldichein!:II

 

Wenn des Abends dann das Heideglöckchen klingt,

und die Jugend ihre frohen Lieder sind,

II: sitzen wir zusammen in gar bunten Reih'n,

kann's doch nirgends schöner als "in der Heide" sein!:II

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Der Panamakanal (von Günter Mellin)

1. Der "Pnanamalkanal", erbaut 1900, woher der Name kam, kann mir keiner sagen, auch die Stadt Paderborn nicht. Er dient heute noch zur Fortleitung der Oberflächenwasser der Driburgerstr., Penzlinger- und Nordstr. bis in den Rothebach. Auch wurden früher die Abwässer der Molkerei an der Benhauserstr. in den Kanal geleitet.

2. Die damalige stählerne Brücke wurde 1910 gebaut, somit auch der Kanal beim Bau als eine Unterführung des Brückenbauwerks mit einbezogen.

3. Diese Brücke aus Beton wurde 2004 neu errichtet, weil die alte baufällig und auch für den heutigen Verkehr viel zu schmal war.

4. In den Jahren1943 machte man sich Gedanken, um einen sinnvollen und sicheren Schutz für die Bewohner in der Nachbarschaft (Am Behrenteich + Mährenstr.) vor drohenden Bombenangriffen zu haben.

5. Herr Heinrich Werninghaus vom Behrenteich 14 (Alter ca 55-60 Jahre) hatte dann die Idee, die Kanalunterführung als sogenanten "Bunkerschutz" zu nutzen. Er und mehrere Nachbarn und Beschäftigte des Ausbesserungswerkes (Baujahr 1913) unterstützen sein Vorhaben mit Arbeitsstunden und erforderlichen Brettern, Bohlen, Werkzeug usw. in großer Stückzahl.

6. Man baute auf einer Länge von ca. 30m und einer Höhe von 1,60 m in den Kanal einseitig eine Plattform mit Sitzgelegenheit für ca. 50-60 Personen. Unterhalb der Plattform floß jedoch noch das Wasser.

7. Der Eingang zum Bunker war auf der Nordseite, wogegen die Öffnung zur Südseite mit schweren Eichenschwellen zugestellt war, um bei eventuellem Bombenfall den Luftdruck zu verhindern. Ich selber habe bei Voralarm und Vollalarm mit meinen Geschwistern und Mutter in der Zeit zunehmender Angriffe auf Paderborn bis 1945 mehrmals in diesem Bunderschutz gehockt. Bei Tage und auch mal nachts.

8. Wenn mal wieder bei Bombenalarm - ab 1944 täglich vermehrt - zum Bunker marschiert wurde, nahmen die Eltern: Wolldecken, Kissen, Kleidung, Taschenlampen und Getränke (kalten Lindes-Kaffee) mit, weil man nie wußte wann Entwarnung gegeben wurde.

9. Beim großen Bombenalarm im März 1945 war der Bunkerschutz rappelvoll von Personen mit Kindern aus der Nachbarschaft (ca. 60-80 Personen). Selbst Mitarbeiter des Ausbesserungswerkes waren mit zahlreichen Personen im Bunkerschutz, weil der sogenannte "Zuckerhut-Bunker" im AW nur ca. 400 Personen fassen konnte.

10. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde von der Stadt Paderborn der gesamte Holzbau entfernt.

Somit bedanken sich alle Bunkerbaubenutzer und Nachbarn und Überlebende beim Bunkerbaumeister "Heirnich Werninghaus", der jedoch vor vielen Jahr verstarb.

(aufgezeichnet von Günter Mellin, Am Behrenteich 8, 33102 Paderborn)